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Fastenzeit – leider nicht so geil.

Ich faste, wie letztes Jahr. Nicht aus religiösen Gründen, auch nicht aus gewichtstechnischen (na gut, vielleicht ein bisschen), sondern aus disziplinären. Ich möchte mir sozusagen beweisen, dass ich mal für eine Weile die Stärke habe, ‚Nein‘ zu Süßem und Alkohol zu sagen (nicht dass ich Alkoholikerin oder Chocoholic wäre, nur für mich eben, etwas worauf ich ein bisschen stolz sein darf). Letztes Jahr das selbe Prozedere, nur mit Fleisch anstatt Alkohol. Fazit damals: gut durchgehalten. Fazit bis jetzt: nicht so super. 

Eigentlich stand die ganze Fastenzeit für mich schon unter einem schlechten Stern: direkt nach Aschermittwoch flog ich nach England, in das Land der Trifles, Scones, Flapjacks, Crumpets, Custard Pies und so weiter und so weiter. Dementsprechend hat sich der Beginn der Fastenzeit etwa um 12 Tage nach hinten verschoben. Nicht so schlimm, dachte ich. Aber dadurch war meine Motivation und Disziplin quasi schon total im Eimer. Wieder daheim lief alles ganz gut – bis ich eingeladen war, und nicht wusste, dass es Käsekuchen gab. Der stand dann weich und saftig vor mir, und es war außerdem Sonntag, ich hörte, da muss man nicht fasten. Aus Höflichkeit wollte ich außerdem die Gastgeberin nicht vor den Kopf stoßen.

Zusätzlich arbeite ich übrigens gerade als Hilfskraft in einer Grundschule – leider kriegt man dort ständig von den süßen Kindern noch süßere Pausensnacks angedreht – ein Raffaello, einen Mini-Muffin, eine Yogurette. Bei der Yogurette konnte ich dann nur noch ‚Danke‘ sagen und hab sie gegessen. Traurige Kinderaugen und Fastenzeit sind keine gute Kombi. In Yogurette sind schließlich Erdbeeren drin, sehr gesund. (Der dritte Treffer für ‚Yogurette‘ bei google hilft, nie mehr Yogurette essen zu wollen.)

Meine Eltern fasten ebenfalls – Süßes und Alkohol. Nur leider scheinen sie einen viel engeren Begriff von ‚Süßigkeiten‘ zu haben. Nachtisch, Kuchen, Schokoladenpudding, Kekse – das fällt alles nicht in die Kategorie. Anscheinend fallen nur Pralinen und Gummibärchen da rein. Sehr konsequent, die beiden.

Fasten macht mir eigentlich Spaß, und würde ich alleine leben wäre alles gar kein Problem – es ist das Umfeld, was mich irre macht (jaja, immer schön auf die anderen). Ständig beschweren sich alle, dass man mit mir kein Eis essen gehen kann, dass ich nörgelig sei ohne Schokolade, dass ich immer eine Extrawurst bräuchte. Hmpf.

Wie dem auch sei, ich stelle jedes Jahr wieder fest: an meinem Gewicht ändert sich nichts, auch meine Haut verbessert sich nicht wirklich, ich werde nur schneller pampig und stehe seufzend vor dem Süßigkeiten-Regal im Supermarkt. Gesund und ausgewogen ernähre ich mich sonst auch, was macht da schon das Stückchen Schokolade? Trotzdem, jedes Jahr aufs Neue wird gequengelt, ganz nach dem Motto der Wise Guys: Quäl dich fit, alle machen mit! Folter dich gesund, wir werden bald 150 Jahre alt!!

 

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Ein Kommentar zu “Fastenzeit – leider nicht so geil.

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