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Oh, du grandiose Fastenzeit…!

Schoki

Original (c) carpe berlin

NICHT! Durch Zufall habe ich grade meinen Fastenzeit-Post von letztem Jahr entdeckt. Es reicht fast, den nochmal durchzulesen, dann weiß man, wie’s mir grade so geht. Nur, dass ich noch einen draufgesetzt habe und jetzt Fleisch, Alkohol UND Süßigkeiten faste. In Zeiten von gefühlten zwanzig Lebensmittelskandalen fällt mir Fleisch noch leichter als sonst schon, Alkohol ist mir egal, aber Süßigkeiten sind wirklich ein Problem.

Wieso nur? Es gab mal eine Zeit, ich erinnere mich genau, da habe ich Schokolade überhaupt nicht gegessen. Einfach so. Freiwillig! Ist das zu fassen? Und heute quäle ich mich vorbei an den Regalen, höre meiner Mutter zu, wie sie vom letzten Dessert schwärmt oder – noch schlimmer – sehe ihr dabei zu, wie sie eine preisverdächtige Torte backt. Danke Mama, für diese Rücksichtnahme.

Die einzige Einsicht, die mir die Fastenzeit jedes Jahr bringt, ist die, dass meine Stimmung unter dem Gefrierpunkt ist, wenn ich nicht essen kann, was ich will. Wieso tue ich mir das an? Ich bin dieses Jahr äußerst konsequent und esse wirklich nichts Süßes. Fruchtjoghurt ganz selten, Zucker im Kaffee nur einen Teelöffel. Am schlimmsten ist einfach das nicht-fastende Umfeld, daran ändert sich nichts.
„Wieso machst du das denn? Ach komm, nur ein kleines Stück Kuchen! Das muss doch keiner wissen.“ Was ist das denn für eine BESCHEUERTE Aussage?! Ich mache das doch nicht für die anderen, sondern für mich! — Kam das zu aggressiv rüber? ‚tschuldigung, das macht der Serotoninmangel. Dabei fühle ich mich nach der Fastenzeit ziemlich stolz. Nur meine Essgewohnheiten in puncto Schoki ändert die Abstinenz nie. Meist denke ich danach, dass ich jetzt für die ganze Zeit ohne Süßes gleich mal doppelt so viel essen kann. Auch keine Verbesserung.

Also, sollte ich vielleicht einfach nicht mehr fasten in Zukunft, dafür aber meinen Gesamtkonsum runterschrauben? Wieso kann ich mich immer nur mit Schokolade belohnen? Oder ist es einfach gut für die Seele, mal etwas eine Zeit lang nicht zu essen und sich danach umso mehr zu freuen?

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3 Kommentare zu “Oh, du grandiose Fastenzeit…!

  1. Darf ich Dir mal was auf der Bibel aufs Auge drücken? Fällt mir grad dazu ein :-)
    Fasten wird ja oft als „christlich“ verstanden, auch wenn es in Deinem Fall vielleicht nicht so ist.

    „Ist nicht vielmehr das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Ungerechte Fesseln zu lösen, die Knoten des Joches zu öffnen, gewalttätig Behandelte als Freie zu entlassen und dass ihr jedes Joch zerbrecht?
    Besteht es nicht darin, dein Brot dem Hungrigen zu brechen und dass du heimatlose Elende ins Haus führst? Wenn du einen Nackten siehst, dass du ihn bedeckst und dass du dich deinem Nächsten nicht entziehst?
    Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell sprossen. Deine Gerechtigkeit wird vor dir herziehen, die Herrlichkeit des HERRN wird deine Nachhut sein.“

    Ich stelle mir vor, dass dies für bessere Laune sorgen würde – wenn in der Fastenzeit der Nahrungsverzicht gar nicht mehr an erster Stelle steht.

    • Das ist wohl war – danke für deine Inspiration. Ich tendiere dazu, beim Fasten immer sehr selbstbezogen und selbstmitleidig zu werden – genau die falsche Reaktion! Das muss sich ändern.

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