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The joy of being a loner

Wer mich kennt, weiß es: ich bin gern allein. Unter vielen Menschen zu sein macht mich nervös, während die Anwesenheit weniger Menschen auch nur bedingt und temporär okay ist. Keine Ahnung, woher das kommt, jedenfalls bin ich mir die meiste Zeit selbst genug (oder anders gesagt: meine eigenen Sorgen reichen mir). Das mag egoistisch klingen, aber tatsächlich habe ich ein paar Freunde – die ich an etwas mehr als einer Hand abzählen kann – und einen Lieblingsmenschen, dessen Gesellschaft ich durchaus schätze. Aber ganz oft muss ich einfach allein sein, nachdenken können, meine Ruhe haben. Deshalb wohne ich auch alleine und liebe es. Innerhalb der letzten zwei Wochen war ich außerdem ganz alleine weg.

Shoppen gehen kann ich grundsätzlich am besten allein, aber da bin ich wohl nicht die Einzige. Nein, vor zwei Wochen habe ich mir gedacht, ich gehe mal alleine feiern. Gesagt, getan – ich wollte einfach alleine tanzen, zu guter Musik. Um halb 2 nachts war ich wieder daheim. Meine Erkenntnisse waren die folgenden:

  • wenn man allein weggeht, wird man ständig gefragt, wieso.
  • wenn man allein tanzt, halten die Leute einen für verrückt.
  • zu Hard Rock, Punk und dergleichen kann man einfach nicht tanzen – und wenn, wird es NIEMALS gut aussehen.
  • vor Mitternacht ist auf der Tanzfläche tote Hose.
  • die Chancen stehen schlecht, dass die Musik nach Mitternacht besser wird, wenn sie vorher schon schlecht war.
  • auch Alkohol kann daran nichts ändern.
  • einmal ‚Wannabe‘ von den Spice Girls spielen rettet nicht die Party, wenn danach eine halbe Stunde Punk kommt.
  • ich werde alt.

Heute wollte ich – anstatt Fußball – zu Vapiano Ladies League mit einer Freundin, die mir aber ziemlich kurzfristig abgesagt hat. Aber die Gelegenheit verpassen (die sonst immer nur Montags ist)? Nee. Also bin ich alleine hin und kannte natürlich niemanden. Nachdem ich kurz mit 8 grade volljährigen, langhaarigen Schönheiten, die mit ihren Smartphones verwachsen waren, an einem Tisch gesessen hatte, wechselte ich an einen Tisch mit einer super netten, aufgeschlossenen Mutter mit ihrer allerliebsten Elfjährigen – es war schlichtweg ein riesen Glücksfall und ich hatte einen wunderbaren Abend. Manchmal kostet es Überwindung, allein wegzugehen. Beim ersten Mal wollte ich mir was beweisen und wurde furchtbar enttäuscht (was an der Musik lag; das Alleine-Tanzen an sich war IRRE), beim zweiten Mal war es unfreiwillig und überraschenderweise super. Und gelernt hab ich auch was: allein sein ist schön, aber manche Events sollte man mit Menschen verbringen, deren Gesellschaft einen reicher macht. Egal, wie lange man sie kennt.

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24 Kommentare zu “The joy of being a loner

    • Das Problem ist, dass alle meine Bekannten immer erst um halb 1 nachts losziehen… ich kann das einfach nicht. Ich will da hin um zu tanzen, und das kann ich auch schon vorher.. außerdem find ich dieses Mädchengetanze doof :D

  1. Dein Text spricht mir aus der Seele.
    Respekt aber vor deinem Mut, alleine wegzugehen – das trau‘ ich mich dann doch (noch) nicht.

    • Muss man ja auch nicht. Ich hab nur die Erfahrung gemacht, dass meine Bekannten irgendwie eine komplett andere Vorstellung vom Feiern gehn haben. Ich will dann völlig frei sein und tanzen wie ich will :) like no one’s watching, wie es in diesem Spruch da heißt :D

      • Nein, nein. Ich verstehe das vollkommen. Saufen bis der Arzt kommt, aber wenigstens bis fünf Uhr – das mochte ich irgendwie nie.

      • Ich auch nicht. Aber die sind auch beim Tanzen nie aus sich rausgegangen. Das war hat dieses typische vom einen Bein aufs andere und ein bisschen wackeln… und dann will man sich ja auch nicht so absondern, wenn man mit ner Gruppe da ist. Deswegen wollt ich’s mal allein ausprobieren.

    • Nee, ich kann mir nix schlimmeres vorstellen… Keine Melodie, nix zum mitsingen, das eine ist mir zu aggressiv, das andere zu hip. Bin ein Charts-Kind.

  2. Respekt Stella! Wir haben ja doch einiges mehr gemeinsam als die Liebe zu England und vor allem Ox! Und das bezieht sich jetzt nicht aufs feiern gehen, aber fast alles andere :D

    • Jedem das Seine :) Ich war schon sechs Monate als AuPair weg, da bin ich die meiste Zeit alleine gereist, und es war total super. Keiner, der ständig meckert, jammert (außer ich selbst natürlich), und auch niemand, der Schuld ist, wenn man sich verläuft, außer man selbst. Und die große Freiheit, selbst zu entscheiden, welche Sehenswürdigkeit man jetzt anguckt usw. :)

  3. Ich mache auch gerne viele Sachen alleine: shoppen, reisen … früher auch alleine ausgehen, was gar nicht mehr so schwer ist, wenn man es ein paar Mal gemacht hat :-)

  4. Ich finde dich sehr mutig! Shoppen gehe ich auch gern allein und bin auch schon allein gereist, aber so allein zu solchen wie dem Vapiano-Event allein zu gehen, würde ich, glaub ich, nicht machen. Hätte immer ein bisschen Angst, dass ich dann den ganzen Abend dort mehr oder weniger verloren sitzen würde – also, Hut ab! :)

    • Ich hatte auch furchtbare Angst, geb ich zu. Die ersten paar Minuten musste ich mich wirklich zusammenreißen und mich anstrengen, souverän zu wirken. Aber dann hat sich alles zum Guten gewendet. Bin im Endeffekt froh, dass ich’s gemacht hab, hat mich auf jeden Fall weitergebracht :)

  5. haha cool – mhm ich persönlich bin sehr gern unter Freunden, hab dann aber nach ein paar Tagen auch gerne mal einen Abend für mich – manchmal muss man eben auch mal „seine Ruhe“ von dem ganzen Trubel haben….
    So hab ich auch nicht unbedingt ein Problem damit allein Shoppen zu gehen – beim feiern sieht das allerdings dann doch anders aus. Da hätte ich dann auch n bisschen Angst im Endeffekt nur „wie bestellt und nicht abgeholt“ dazusitzen, habe da aber wirklich Respekt vor dir und ziehe den Hut vor deinem Mut ;)
    Lg

    • Danke sehr, ich bin ziemlich erstaunt, wie viele Menschen das mutig finden :) Es hat mich auch in der Tat etwas Mut gekostet. Und man fühlt sich auch wie bestellt und nicht abgeholt. Aber wenn man sich überwindet, ist es großartig!

  6. Ah das ist ein interessanter Post. Wir unterscheiden uns zwar im Wesen, ich habe sehr gerne meine vielen lieben Freunde um mich, aber ich kann auch sehr gut alleine sein. Ich hasse genau wie du Electro und House Musik! Ich muss mitsingen können, nur dann habe ich auch Spass. Ich stehe total auf 90er Trash-Pop Partys. Ich bin zwar noch nie alleine losgegangen, aber ich und meine kommunikativen Freundinnen trennen uns ganz häufig nach dem wir einen Laden betreten haben. Das ist ja quasi wie alleine Feiern, nur das man sich zwischen durch updated. Ich würde das auch gerne mal probieren, aber nur- wie du sagst wenn die Musik gut ist-. Sehr mutig von dir.

    By the Way: Danke, für deine Teilnahme an meinem Gewinnspiel
    Alles Liebe Lara

    • Ah, das ist interessant. Wir trennen uns fast nie, wenn wir weggehen. Dann steht man da so im Kreis-Grüppchen, stupst sich an, grinst und hoppelt da rum… Das Problem mit der ‚guten‘ Musik ist, dass da, wo die läuft, meistens nur sehr seltsame Menschen sind.. Grade so Charts-Läden sind meist mit den ‚Ultracoolen‘ und den Tussis voll…

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