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Die Qual der Wahl

Dieser äußerst originelle Titel ist morgen Programm! Nie, so glaube ich, waren wir Wähler unserer Generation so ratlos wie bei dieser Bundestagswahl. Was soll ich denn nun wählen? Vielleicht die FDP, weil die Brüderle-Untertitel der heute-show so lustig sind? Die Linke, weil Sarah Wagneknecht so kompetent aussieht? Oder lieber die Piraten, deren Programmsverwirklichung in etwa so realistisch scheint wie der Abstieg der Bayern in die 2. Liga? Selbst die sonst so beliebten Grünen haben sich mit ihrer Steuerpolitik ins Aus geschossen, bleiben fast ja nur noch zwei (realistische) Parteien übrig – oder?

Mal Spaß beiseite. Sich bei einer Bundestagswahl für die ‚richtige‘ Partei zu entscheiden, fällt offengestanden schwer. Der Wahl-o-Mat hilft erstmal nur bedingt weiter, auch wenn er zumindest einen super Überblick über die einzelnen Ziele und Standpunkte der zur Wahl Stehenden gibt. Ich gebe es zu: leicht finde ich es nicht, mich im Wirrwarr der deutschen Politik zurecht zu finden. Interessanterweise hatte ich dieses Jahr zur zweiten Bundestagswahl meines wahlberechtigten Lebens das Gefühl eines enormen Drucks, das Richtige zu wählen. Den Eindruck, dieses Mal kann ich etwas bewirken. Die Wahl muss gut überlegt sein. Es gibt keine Partei, die alle meine Positionen und Interessen vertritt, außer ich gründe sie selbst. Der Wahl-o-Mat hat mir für die Partei meiner Wahl (ein Wortspiel!) gute 67% Übereinstimmung ausgerechnet. Ganz gut, aber in Kernthemen wie Betreuungsgeld und NATO-Austritt nicht meiner Meinung. Lohnt es sich also, die kleineren Parteien zu stärken, um wenigstens ein paar der eigenen Interessen kompromissvoll durchzusetzen? Oder bringt das nichts, weil sie sowieso keine Chance auf Mitbestimmungsrecht, oder im schlimmsten Fall keine Sitze im Bundestag haben? Man muss wissen, was man erreichen will: einen Regierungswechsel oder eine starke Opposition? Meines Erachtens ist letzteres realistischer und umsetzbarer, aber noch wichtiger ist für mich eine eigene Meinung zu haben.

Von vielen Leuten höre ich oft: ‚Ach, was für ein Gewicht hat schon meine einzelne Stimme?‘. Ein ziemlich großes, ist die Antwort. Wir haben vielleicht keinen Bürgerentscheid, aber wir haben eine Stimme, die Dinge bewegen kann. Wer sie nicht nutzt, darf sich nicht beschweren, dass das Land den Bach runtergeht. Also: Geht wählen, informiert euch noch einmal am letzten Tag vor dem Wahlsonntag und NUTZT eure Stimme. Wer ohne Stimme ist, kann nichts verändern.

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2 Kommentare zu “Die Qual der Wahl

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