Freitagsfund: Lichtspielhaus und Cinebar Groß-Gerau

Ins Kino gehen ist ja heute meist eine recht nüchterne Sache. Alle Kinos sehen gleich aus, dunkelrote Sitze, überteuertes Essen und wenig Flair findet man in den meisten großen Ketten. In Groß-Gerau gibt es aber ein kleines Ausnahme-Kino, das sich trotz der großen Konkurrenten in der Umgebung seit 1919 hält. Was das besondere daran ist? 

Cinebar

Cinebar

Lichtspielhaus

Lichtspielhaus

Die Atmosphäre ist gemütlich, eigentlich hat man eher den Eindruck, in ein großes Wohnzimmer zu kommen, wenn man einen der beiden Säle – Lichtspielhaus und Cinebar – betritt. Auf der Leinwand flackert ein einladendes Kaminfeuer; vor den Sitzplätzen sind Ablageflächen angebracht, auf denen gedimmte Lampen stehen. Man nimmt Platz und wird bedient. Jawohl, bedient! Von KellnerInnen, die einem von Glühwein über Latte Macchiato bis Bitter Lemon alles servieren, was man wünscht. Neben den üblichen Verdächtigen wie Popcorn, Nachos, Erdnüsse werden auch Flammkuchen und Focaccia an den Platz gebracht (selbstverständlich nur vor und nach der Trailershow, nicht während des Films). Der Film wird fast zur Nebensache. Am besten schaut man sich hier ein Wohlfühl-Movie an – den Hobbit oder Avatar würde ich mir vielleicht aus sound- und bildtechnischen Gründen eher auf dem Big Screen der High-Tech-Kinos ansehen.

Nichtsdestotrotz hat das Groß-Gerauer Kino mit der allerneuesten Sony-4K-Bildtechnik einen nicht sehr häufig verwendete Anlage vor Ort, die auch auf den recht kleinen Leinwänden Top-Qualität bietet.

Ich war vorgestern im neuen Twilight-Film (denkt was ihr wollt) und es war einfach eine tolle Erfahrung abseits vom Mainstream-Kino. Mit den passenden Cocktails (s. Foto) wurde der Abend ein echter Kracher. Pro Arthouse!

Einmal Rhesus Negativ, bitte.

Einmal Rhesus Negativ, bitte.

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