Update: Mandelmassaker

Jetzt ist es tatsächlich schon zwei Wochen her, dass sie mich verließen – meine ungeliebten Mandeln. Am 5.Tag wurden die Schmerzen schlimmer, ich blieb bei den 4 Ibuprofen 600 am Tag, stockte aber die Novaminsulfondosis auf. Am 6. Tag konnte ich dann auschecken aus diesem überaus empfehlenswerten Vollpension-Hotel (ich war im Vincenz-Krankenhaus in Mainz). Wieder daheim erstmal geduscht und Haare gewaschen – endlich (Trockenshampoo ist auf Dauer KEINE Lösung!). Alles gaaaanz vorsichtig und mit Bedacht. Die Schmerzen waren bis zum 9. Tag noch deutlich da, ab dem 10. wurde alles besser. Seit Samstag bin ich komplett schmerzmittelfrei.

Bei der Nachsorge wurde mir gesagt, es sähe so aus wie es aussehen soll, wenn es ideal verlaufen wäre. Ich kann alles wieder essen, es ist ein Traum :) Optisch ist es eher noch so mitteleklig, aber wer guckt mir schon so tief in den Rachen? ;)

Mein Fazit: Es kann jetzt hoffentlich nur aufwärts gehen, ich hab mir alles sehr viel schlimmer vorgestellt (und ich bin der übelste Hypochonder). Ob die Coblation dran ‚Schuld‘ war, dass ich nur mäßige Schmerzen hatte, weiß ich nicht. Es ist wirklich für jeden anders. Viel trinken, sich überwinden zu essen, auch wenn es wehtut… das sind alles Tips die mit geholfen haben.

Freitagsjammerei: Ich hab die Mandeln schön

…bzw. ich hab sie nicht mehr, das ist jedenfalls das schöne daran. Der Rest drumherum ist so mittel, wie man sich denken kann. Seit Dienstag bin ich im Krankenhaus und wurde mittels Coblations-Technik operiert – da wird, entgegen der gängigen Methoden, mit einer Einmalsonde ein Plasmafeld erzeugt, das die Molekularstrukturen des Gewebes auflöst und das ist offenbar viel schonender und im Nachhinein schmerzloser als die Dinger mit 400°C Laser oder etwa kalt rausgeschabt zu bekommen.

Dass die Nachblutungsgefahr genauso hoch ist, hab ich jedenfalls gleich gemerkt – am Nachmittag der OP [Schmerz: 1-2 auf einer Skala 1-10] fing die Wunde an zu bluten. Gleich mal schön eine Nierenschale voll, ein guter halber Liter. Genäht wurde nicht, es hörte dann nach Gerinnungsinfusion irgendwann wieder auf. Schön war das nicht.

An Tag 2 [Schmerz: 2-3] konnte ich dann glücklicherweise direkt was richtiges essen, um die Wundbeläge (yummy) dünn zu halten. Aber dann kam nachmittags die Übelkeit (vermutlich vom geschluckten Blut) und sie ging nicht weg bis zum nächsten Morgen. Die Schmerzen hielten sich da auch noch in Grenzen.

Tag 3 [Schmerz: 3] verlief soweit dann in Ordnung, Essen ging prima, nachts nahmen die Schmerzen dann doch ziemlich zu. Aufgrund der Übelkeit hat man mich mit Voltaren und Valoron verschont, ich nehme jetzt Ibuprofen 600, was aber die Schmerzen nicht ganz so gut unterdrückt. Es ist alles zum aushalten [Schmerz: nachts 5-6, morgens 6, kurz danach wieder 4], denke ich – nach den zig Mandelentzündungen vorher.

Heute, am 4. Tag geht’s mir ganz gut [Schmerz: 4]. Kein Fieber, Schmerzen sind da, essen kann ich. Ein wenig flau im Magen, aber ich glaube, das ist normal bei der Schmerzmitteldosis. Am Sonntag darf ich voraussichtlich heim, mir graut es nur vor weiteren Nachblutungen, wenn die Beläge runterkommen.

Habt ihr eure Mandeln noch? Meine waren groß und eklig und ich durfte sie mir nicht mal anschauen :( Ich bin dankbar für jede Art von Mandel-Story, ob mit oder ohne OP.